10 Fun Facts über den amerikanischen College Sport

Hier die versprochene Auflösung und gleichzeitig unser zweiter Trackstories Artikel für den ÖLV Newsletter. Viel Spaß beim Lesen! 😉

Es war der 31. März 1906 als Theodore Rooselvelt die National Collegiate Athletic Association gründete. Viel hört man immer wieder über das große Land auf der anderen Seite des Ozeans und der Athletenschmiede NCAA aus der einige der weltbesten Leichtathleten hervor gekommen sind. In unserem aktuellen Artikel wollen wir das Thema Leichtathletik und Studium in den USA einmal von einer ganz anderen Seite beleuchten. Wir wollen euch mit “insider” – Fakten bekannt machen, die man als Außenstehender auf diese Weise gar nicht, oder nur am Rande, mitbekommt.  Dazu haben wir Erfahrungen aus erster Hand gesammelt, die wir im folgenden mit euch teilen. Tatkräftig unterstützt haben uns hierbei Carina Schrempf und Niki Franzmaier, die momentan beide in den USA studieren, haben ein paar der unterhaltsamsten Dinge dazu berichtet. Ebenso kann Viola auf 2 Jahre Studiumserfahrung in Kansas zurückgreifen und einiges erzählen…

Und jetzt Vorhang auf für die ZEHN spannendsten FUN-FACTs der amerikanischen Collegesportszene:

  1. Muscle Milk, Gatorade oder doch ein Snowcone?

Collegeahleten finden am Campus alles vor was sie für Sport und Studium benötigen. Uni, Trainingsanlagen, Eisbäder, Erholungsräume… und Muscle Milk. Was das ist? Es klingt nach Milch, hat damit aber nicht mehr viel zu tun. Es ist ein Protein Shake, which contains no milk! Den Athleten wird alles zur Verfügung gestellt was an Energiezufuhr benötigt wird. Dafür gibt es sogenannte Snackbars, die vor allem nach dem Training gern besucht werden und auch den Weg vom Training zum Unterricht erleichtern, wenn keine Zeit für einen Besuch des food court (Mensa) bleibt.Die U of O (University of Oregeon) hat eben von solch einer Snackbar eine Luxusversion, welche einen Ernährungberater und individuelle meal plans beinhaltet,berichtete uns Niki von seiner täglichen Arbeitsstätte. In den food courts hingegen findet man dann denn allseits bekannten “Ami-Style” in Vollendung, wie zB. ein von Carina gesichtetes Panini mit Erdnussbutter, Marshmallows, Bacon, Schokosauce und Banane… Mahlzeit! 🙂

Nicht zu vergessen, sind die “großen orangen Behälter” die man über dem gesamten Campus verstreut findet. Wer steckt dahinter? Richtig, es muss Gatorade sein. Kein Training, kein Wettkampf, kein (Campus-) Tag ohne Gatorade. Man bekommt es einfach ÜBERALL.
Ob nun das Wohl der Athleten oder das Promoten eines heimischen Konzerns an erster Stelle steht, sei dahingestellt.  Den Sportler gefällts. Wer möchte schließlich nicht bei jedem Training und Wettkampf eine riesen Box mit Gatorade-Flaschen zur freien Verfügung haben?

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2. XCO Runners have style

Zitat aus dem Chronicle eines College Athleten: “We’re here to run as fast as we can—but we’re here to do it in style”

Cross Country Läufer scheinen eine besondere Art zu haben, ihrem Teamgeist Ausdruck zu verleihen. Jedoch geht es nicht nur ums Team, was hier genauso zu zählen scheint, ist der Style. Die NCAA Meisterschaften gehören wohl zu einem der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Collegeathleten. Klar, dass hierfür nicht nur in Topform sondern ebenso Topaussehen gefragt sind. Was kann man(n) neben Gesten und anderem dazu besser nutzen als seine Gesichtsbehaarung? Bis zur College Meisterschaft wird der Bart gehegt und gepflegt, gestutzt und geformt. Der gute alte Schnauzer ist hier wohl ein Muss, alles drum herum bleibt der Kreativität des Einzelnen überlassen. Auch in Sachen Bart scheint die amerikanische Leichtathletik anderen Sportarten, wie Eishockey, in nichts nachzustehen. Liebe NHL Spieler, hier könnt ihr euch was abschauen ;-).

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 3. Who is Handsome Dale?

Wie allgemein vielleicht bereits bekannt ist hat jede Universität ein Maskottchen. Sei es die Oregon Duck der University of Oregon, der Colonel der Eastern Kentucky University oder das UMKC Kangaroo. Manche Universitäten definieren sich zu so einem hohen Grad über ihre Maskottchen, dass sie sogar weitaus bekannter durch ihre Nicknames sind, welche auf ihren Maskottchen basieren. Dazu gehören zum Beispiel die Tigers, die Eagles, die Lions, die Bears, die Hawks und viele weitere. Weniger allgemein bekannt ist doch die Tatsache, dass die schwitzende und strampelnde Person, die hofft das Heimteam würde endlich aufhören mehr Punkte zu machen da weiter herumspringen einfach zu anstrengend wäre, sogar über ein College Stipendium für die Tätigkeit als Maskottchen verfügt! Was bei denen wohl im Motivationsschreiben steht??? 😉 Noch seltsamer sind jedoch nicht die Personen in einem solchen, viel zu heißen Kostüm sondern die sogenannten Live Mascots. Vereinzelt gibt es noch Universitäten welche lebende Tiger, Hunde, Ponies etc als Maskottchen haben. Ein Handsome Dale sowie jener von der Yale University ist hier definitiv eine der komischsten Figuren 😉

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4. Königsdiziplin 4×4

“So, who’s gonna run the 4×4 relay”  ???

Die 4x400m Staffel wird in den USA fast wie eine Staatsangelegenheit behandelt: Nicht Laufen, gibts nicht! Wer schon einmal diese Staffel gelaufen ist, weiß wahrscheinlich, dass es weitaus bequemere Dinge gibt, als 400m zu sprinten, vor allem, wenn du auf dem Weg zum Wettkampf bist, und die glücklichen Kandidaten noch immer nicht auserkoren wurden, dann beginnt das Bangen um den letzten Platz in der Staffel. Auch wenn du schon Vorlauf, Zwischenlauf und Endlauf deines Bewerbs hinter dir hast, die Relay muss noch sein. Da kommt doch Freude auf, dass es sogar jedes Wochendende die Gelegenheit gibt eine 4×4 zu laufen, da diese Staffel der krönende Abschluss jedes Wettkampfes ist. Doch dieser Hype um die 4×4 Staffel erzeugt auch Teamgeist und eine spezielle Euphorie bei den Athleten, der unterstreicht dass in den USA das Team über dem individuellen Athleten/in steht.

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5. Dr. Mg. Bakk Coach….Oder wie jetzt?

Die Trainer an Colleges sind wirklich alle Akademiker? Ja in der Regel schon, denn eine Voraussetzung um an einem College ein Trainer zu werden ist mindestens ein Bachelors degree. Doch wer gehört nun neben diesem lustigen Detail über Trainer eigentlich in der Regel noch so zum Coaching staff? Denn das ein Trainer – eine Gruppe, undenkbar. Dort gibt es einen Headcoach, einen Assistant Coaches, Volunteer Assistant Coaches, Graduate Assistants and Undergraduate Assistants. Der Sinn und Zweck jedes/jeder Einzelnen? Der gleiche: sie coachen 🙂

6. Fashionvictim

Die Collegeathleten müssen sich nie Gedanken über ihre Trainingsbekleidung machen. Abgesehen davon, dass sie von Kopf bis Fuß ausgestattet werden, wird auch keine andere Kleidung und vor allem keine andere Marke geduldet. Damit es die Athleten ganz einfach haben, gibt es sogar Vorschriften, an welchem Tag, welches T-Shirt getragen wird. Und Gnade, wenn du am blauen Dienstag, das rote Leibchen von Donnerstag trägst. Eigentlich ist dieses System sehr praktisch und leistbar für die Sportler, ihr wisst ja selbst wie teuer Sportausstattung sein kann.

7.Heute bitte im Uhrzeigersinn laufen!!

Wenn man in Österreich froh ist überhaupt eine Leichtathletik Halle zu haben, so hat man gleichzeitig auch eine ganze genaue Vorstellung wie eine solche Halle auszuschauen hat: sie sollte eine 200m angehobene Rundbahn beinhalten. Doch sehen die in den USA genauso aus? Die Antwort ist ein eindeutiges Nein, nicht immer. Von 330m bis 300m bis zu einer flachen 200m Rundbahn ist alles zu haben. Vor allem auf letzteren kann man als Athlet/in nur auf eine günstige Bahnauslosung hoffen, denn auf den Innenbahnen ist man verloren. Doch würden diese Unterschiede der Indoor Tracks nicht zu erheblichen Unterschieden der Leistung führen? Auch hier gibt es eine klare Antwort: Ja! Aber auch dieses Problem hat die NCAA (National Collegiate Athetic Association) scheinbar sehr einfach gelöst. Mit einer nicht sehr einleuchtenden Verschlüsselung gibt es eine NCAA Indoor Conversion Chart (http://www.ustfccca.org/assets/NCAA-Indoor-Track-Size-Conversion-Charts.pdf), welche dann je nach Distanz einfach etwas von der gelaufenen Zeit abzieht. Indoor Tracks haben in den USA aber auch an sich einen ganz anderen Stellenwert. Sie werden gehegt und gepflegt und will man eine Innenlaufbahn betreten muss man sich erst einmal durch einen Dschungel an Hinweisschildern kämpfen. Diese beinhalten die heute zu laufende Richtung sowie die Verteilung der langsamen Jogger vs die schnellen Jogger.

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8. Was Christa Kummer wohl dazu sagen würde….

Und nun ein kurzer Ausblick auf das Wetter…Wettkämpfe und Training finden ja bekanntlich bei fast allen Wetterkapriolen statt. Aber was wir in Europa vielleicht als noch erträglich bezeichnen löst in den USA einen Notstand im Land aus. Die Sprache ist hier von Schnee! Kaum fällt der erste große Schnee werden die Universitäten teilweise zugemacht, die Trainings abgesagt, die Straßen sind wie ausgestorben denn Autofahren kann man bei Schnee ja sowieso nicht, und die Regale in den Supermärketen werden leer geräumt als würden morgen die Lebensmittel ausgehen. Umgekehrt verhält es sich wenn es um Tornadowarnungen geht, berichtete Carina aus eigener Erfahrung. Ein kleiner/großer Tornado bringt in den USA keinen aus der Ruhe, außer vielleicht die europäischen Athleten/innen im Team 😉

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9. Einmal kurz die Welt anhalten

Als Athlet/in absolviert man an einem Wettkampftag gerade sein Aufwärmprogramm, steht kurz vor dem Start oder wartet eventuell noch auf der Tribüne auf seinen großen Moment. Ganz egal was man gerade macht, am Anfang jedes Wettkampfes gibt es einen Moment in welchem das komplette Stadion in kürzester Zeit komplett einfriert. Als hätte die Welt aufgehört sich zu drehen für diesen Moment. Nun ja, hat sie wahrscheinlich auch in den Köpfen vieler in diesem Moment, den die Häupter aller wenden sich mit geübter Schnelligkeit der amerikanischen Fahne entgegen, die Nationalhymne wird gesungen. Keine fünf Minuten später ist dieser Zauber auch wieder vorbei und jeder macht da weiter wo er vorher gestoppt hat.

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10. Was uns all diese teilweise lustigen, teilweise tragisch komischen und dann wieder unglaublichen Details des amerikanischen Collegiate Sportsystems jedoch definitiv zeigen: die USA sind das Land der Träume…so don’t stop dreaming.

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Alles Liebe und bis bald! 

Euer Trackstories Team

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