Talent is not born it’s made

Sportmentalblog_Adventskalende1013

Obwohl unser Blog noch sehr in den Kinderschuhen steckt hat sich uns trotzdem die Möglichkeit geboten bei einem anderen Blogger einen Gastbeitrag zu schreiben. Johannes Poscharnig ist selbst Spitzensportler, Fechten, und betreibt seit einiger Zeit die sehr erfolgreiche Homepage Sportmentalblog (http://www.sportmentalblog.com), wo er regelmäßig über Mentaltraining im Leistungsport schreibt. Diesen Advent hatte Johannes die tolle Idee einen Advent – Blog – Kalender zu starten. Dieser funktioniert wie folgend: Jeden Tag schreibt ein anderer Experte aus dem Bereich Sport und/oder Mentaltraining und am Ende können alle Beiträge gesammelt in einem E – Book für 2€ runtergeladen werden. Alle gesammelten Einnahmen werden dann zu 100% an die Kindernothilfe gespendet.

Wir drei haben für den Adventkalender einen Artikel über das Schnelligkeitstraining verfasst welchen wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Hier also Advent – Tür 8:

SPORT, Leichtathletik, European Athletics Team Championships 2nd

Lange haben wir überlegt welchen fachlichen Input wir für diesen Adventkalender beisteuern können und schließlich liefen unsere Gedanken immer wieder auf das uns Naheliegendste hinaus. Nämlich das, worauf wir tagein, tagaus hinarbeiten, nämlich schnell laufen – beziehungsweise genauer gesagt: SPRINTEN.

Doch was bedeutet es genau, zu sprinten oder den Sprint zu trainieren? Wir können euch verraten, es steckt wesentlich mehr dahinter als sich bloß auf die Laufbahn zu stellen und versuchen „schnell“ zu laufen. Im folgenden Artikel wollen wir euch nun ein paar Fakten über das Schnelligkeitstraining verraten, welche wir im Laufe der Jahre erfahren haben.  Es gibt den Ausdruck „zum Sprinter ist man geboren“. In gewisser Weise hat dieser seine Berechtigung, denkt man an physiologische, angeborene Grundlagen eines/er Athleten/in. Unser Trainer formuliert diese „alte Weisheit“ hingegen gerne anders, indem er sagt: Talent is not born, it’s made. Damit hat er mehr als Recht. Das Talent allein ist nämlich längst nicht alles. Man muss sich Fähigkeiten und Wissen aneignen, wenn man eine lange und im besten Fall erfolgreiche Karriere als Sprinter haben will. Das ist natürlich auch mit jeder Menge Schweiß und Fleiß verbunden. 😉

Was sind nun Faktoren, die die eigene Schnelligkeit verbessern? Dazu gehört die richtige Lauftechnik, genauso wie ein spezifisches Krafttraining. Die richtige Lauftechnik wird durch spezielle Laufschulübungen erlernt. Diese sollen helfen, die Technik dann in maximaler Geschwindigkeit auch umsetzen zu können.

Neben biomechanischen Feinheiten (das ist eine Methode, den Bewegungsapparat und biologische Systeme zu untersuchen, beschreiben und optimieren), einem allgemeinen athletischen Aufbau und vielen anderen Faktoren (zB Ernährung, Regeneration oder Verletzungsfreiheit)  ist die interessante Frage nun, wie denn so eine Trainingseinheit zur Verbesserung der Maximalgeschwindigkeit ausschauen kann?

Antworten auf diese Frage gibt es hier: Reine schnelle Läufe in einer Trainingseinheit bedeuten nicht gleichzeitig, dass man damit die maximale Geschwindigkeit eines/r Athleten/in trainiert, wie jedoch oft geglaubt wird. Ganz wichtig ist hier die Länger der Läufe, der Umfang, das jeweilige Bemühen des/r Athleten/in und die Pausengestaltung. Reine Sprinttrainings für die Maximalgeschwindigkeit bestehen aus sehr kurzen Läufen mit sehr langen Pausen, dafür jedoch in einem sehr hohen Intensitätsbereich.

Um sich darunter mehr vorstellen zu können werden wir euch in diesem Artikel zwei Beispiele eines maximalen Schnelligkeitstrainings vorstellen:

  1. Flys

Flys sind fliegende Läufe, wobei sich der fliegende Teil meistens zw. 20 und 30m gestaltet. Der/Die Läufer/in versucht nun in ca 35m eine maximale Beschleunigung zu erreichen um dann weitere 30m fliegend in maximaler Geschwindigkeit zu laufen. Die Anzahl der Läufe variiert je nach Trainingsphase zwischen drei und neun solcher fliegenden Läufe.

  1. INs & OUTs

Ins & Outs sind eine weitere Möglichkeit die maximale Geschwindigkeit zu trainieren und sind den flys sehr ähnlich, allerdings bestehen Ins and Outs aus zwei fliegenden Phasen. Der/Die Athlet/in beschleunigt erneut 35m auf seine/ihre maximale Geschwindigkeit um dann 20m fliegend zu laufen. Danach gibt es eine kürzere Phase von ca. 15m, in denen der/die Athlet/in versucht die Laufintensität etwas hinunterzuschrauben, um dann in eine weitere fliegende Phase von 20m überzugehen, welche wieder mit maximaler Geschwindigkeit und maximaler Anstrengung gelaufen werden sollte.

Das wären nun zwei typische Beispiele eines Schnelligkeitstrainings, die allerdings niedergeschrieben einfacher aussehen, als sie sich in der Praxis meist gestalten ;-).

Die Fähigkeit nun eine hohe maximale Geschwindigkeit beim Sprinten zu erreichen ist das Um und Auf und dennoch nicht alles um ein gutes Rennen hinzulegen. Für ein perfektes Sprintrennen (wie zum Beispiel die „Königsdisziplin“ der 100m Sprint) gehören andere Phasen des Rennens ebenso  berücksichtigt. Zu Allererst kommt es auf die Reaktionsfähigkeit an, wie schnell ein Läufer auf den Schuss der Pistole reagiert und sich aus dem Startblock drücken kann. Dann beginnt die Phase der Beschleunigung, in der man bis zu seiner höchsten Geschwindigkeit beschleunigt. Bei 35 Metern zirka, ist man dann an seiner Maximalgeschwindigkeit angelangt und bis 60 Metern setzt der Läufer seine Sprintschnelligkeit um. Ab diesen 60 Metern geht es dann nur mehr um die Sprintausdauer, die der Sprinter ins Ziel „stehen“ muss.

Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, wirken bei maximalen Schnelligkeitsbelastungen unglaubliche Kräfte auf den Körper ein. Nicht umsonst ist ein starker Rumpf das Um und Auf für jeden Sprinter. Es dauert Jahre um ein der Geschwindigkeit entsprechendes Kraftniveau zu entwickeln. Dementsprechend „alt“ können Spitzenathleten sein, wenn sie ihre Bestmarke erreichen.

Schließlich muss auch der Kopf beim Leistungssport immer seinen Teil dazu beitragen. Gerade beim Sprinten ist es besonders wichtig, sich auf die Leistungsablieferung zu fokussieren und andere Dinge abzuschalten. Man muss 100% geben, darunter geht nichts. Und die bevorstehenden Feiertage eigenen sich bestens, um auch einmal den Leistungsstress außer Acht zu lassen und neue Energie aufzutanken. In diesem Sinne wünscht euch das „Trackstories-Team“ fröhliche Weihnachten und ein besinnliches Fest!

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